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Das neue Luftüberwachungssystem AirWatch

Das neue Luftüberwachungssystem AirWatch
Neuheit

Mit dem neuen Luftüberwachungssystem AirWatch kontrollieren Unternehmen effektiv die Qualität ihrer Hallenluft. Die Sensortechnik der KEMPER GmbH ist in der Lage, die Anzahl und das Gewicht von Nanopartikeln zu ermitteln, zu dokumentieren, auf Smartphone, Tablet oder PC auszuwerten und mit Grenzwerten abzugleichen. Eine Ampelanzeige visualisiert permanent die Beschaffenheit der Luftqualität. Das System eignet sich für jegliche Arbeitsplätze in Produktionsstätten sowie Lager- und Logistikhallen. KEMPER will mit AirWatch das Bewusstsein für die Gefahren hinter Feinstaub schärfen.

Egal ob industrielle Fertigungsstätte, Lagerhalle oder Logistikbetrieb: AirWatch überwacht kontinuierlich die Luftqualität unabhängig von der Art der Arbeitsplätze. Das Luftüberwachungssystem misst die Feinstaubpartikel in einem Radius von bis zu 30 Metern mittels eines laserbetriebenen Sensors. Ein integrierter Ventilator saugt dabei die Umgebungsluft an.

In der Software lassen sich Grenzwerte für Gefahrstoffe individuell hinterlegen. Eine Ampel zeigt an, welchen Qualitätszustand die Luft gemessen an diesen Werten gerade aufweist. Parallel speichert das System die Daten über einen langen Zeitraum. Nutzer greifen auf die Daten einfach über Smartphone, Tablet oder PC zu. In einer Trendanzeige für Tag, Woche, Monat oder Jahr können Betriebe die Gefahrstoffkonzentrationen gezielt analysieren.

AirWatch erfasst Partikel im Bereich von 100 Nanometern bis 16 Mikrometern. In diesen Bereich fallen die von der WHO definierten Feinstaubkategorien PM2.5 für alveolengängige Stäube (A-Staub) und PM10 für alle einatembare Stäube (E-Staub). AirWatch stuft die erfassten Partikel automatisch danach ein.

KEMPER verfolgt mit dem System das Ziel, das Bewusstsein für das Feinstaubrisiko zu schärfen.

Unternehmensnews

Schweißrauch und Schneidstaub beseitigen: KEMPER entwickelt Absaugtechnik weiter

Schweißrauch und Schneidstaub beseitigen: KEMPER entwickelt Absaugtechnik weiter

Vreden, 11. Juli 2017Fachkräftesicherung durch Arbeitsschutz: Vor diesem Hintergrund stellt die KEMPER GmbH ihr Absaugtechnik-Portfolio auf der SCHWEISSEN & SCHNEIDEN in Düsseldorf vor. Im Mittelpunkt steht die weiterentwickelte Industrie-4.0-Lösung KEMPER Connect. Das Internet-of-Things-Konzept (IoT) steuert Absauganlagen und Raumlüftungssysteme autark. Mit VacuFil 125 und KEMPER The Slagger zeigt der Hersteller Neuheiten im Bereich der brennerintegrierten Schweißrauchabsaugung und Absaugtische für Schneidanwendungen. KEMPER feiert auf der Messe sein 40-jähriges Bestehen.

„Betrieben ohne effektiven Arbeitsschutz droht ein Fachkräftemangel: Diesen Trend nehmen wir ganz klar in der Branche wahr“, sagt Björn Kemper, Geschäftsführer der KEMPER GmbH. Die neue Generation Metallverarbeiter sei für das Thema Gesundheitsschutz viel sensibilisierter als noch vor Jahren. Abseits von Grenzwertvorschriften habe KEMPER schon seit der Unternehmensgründung für den Nutzen von Arbeitsschutz für die Mitarbeiterbindung geworben. „Vor diesem Hintergrund gewinnt die Absaugtechnik in der Metallverarbeitung stetig an Relevanz.“ Heute geht es dabei nicht mehr nur um die Absaugung von Gefahrstoffen an der Entstehungsstelle, sondern um die Überwachung der gesamten Hallenluft.

Internet of Things für den Arbeitsschutz

Ein Fokus des Messeauftritts ist die Anlagenvernetzung in der Luftreinhaltetechnik. Seit diesem Jahr setzen Betriebe sie in der Praxis ein. KEMPER stellt dazu bereits Weiterentwicklungen beim IoT-Konzept KEMPER Connect sowie beim zentralen Luftüberwachungs- und Steuerungssystem AirWatch vor. Dieses kommuniziert autark mit den Luftreinhaltesystemen wie dem CleanAirTower und steuert sie. Den Stand-Alone-Turm präsentiert KEMPER erstmals auch mit Einwegfilter. Mit einem neuen B2B-Portal können Betriebe die Anlagenkommunikation in der Produktionshalle überwachen und auch weitere IoT-Systeme einbinden.

Mit VacuFil 125 widmet sich KEMPER dem Trend der brennerintegrierten Absaugung. Von Schweißern lange als unhandlich verschmäht, erfährt sie seit kurzer Zeit eine steigende Nachfrage. Die kompakte und mobile Hochvakuum-Absauganlage mit abreinigbarem Filter ist für einen Arbeitsplatz ausgelegt und erfasst dabei große Rauch- und Staubmengen. Das neue Gerät eignet sich für den dauerhaften Einsatz beim Schweißen.

The-Slagger-Absaugtechnik erstmals für Europa


Neben dem Arbeitsschutz-Equipment für Schweißer führt KEMPER eine neue Absaugtechnik für thermische Schneidanwendungen ein. Der neue Absaugtisch KEMPER The Slagger – die Slagger-Technik ist bereits erfolgreich in den USA – schafft eine optimale Materialauflage für Bleche, schützt Mitarbeiter in der Produktion vor großen Schneidstaubmengen und reduziert zudem Stillstände für Reinigung oder Wartung. Mittels eines automatischen Austragsystems entsorgt der Absaugtisch die anfallende Schlacke und Kleinteile in einen Container.

40 Jahre nach Gründung der KEMPER GmbH feiert der Hersteller von Absauganlagen und Filtersystemen seinen runden Geburtstag auf der SCHWEISSEN & SCHNEIDEN. Am neuen Messestand führt er Besucher in die gesamte Welt des Arbeitsschutz-Equipments ein. Neben der Absaugtechnik stellt das Unternehmen zum Beispiel auch Trennwandsysteme oder persönliche Schutzausrüstung aus. KEMPER präsentiert sich vom 25. bis 29. September in Halle 11 an Stand 11F22.

Unternehmensnews

Interview Gerd Kemper - "Schweißrauch galt früher als gesund"

Interview Gerd Kemper - "Schweißrauch galt früher als gesund"

Mit Bauchgefühl, Mut und natürlich auch einer belastbaren Zahlenbasis machte sich Gerd Kemper 1977 zu einer Mission auf: saubere Luft am Arbeitsplatz beim Schweißen. Was auf viele in den Anfängen befremdlich wirkte, entpuppte sich seiner Erwartungen entsprechend als vitales Geschäftsfeld. 40 Jahre nach Gründung der KEMPER GmbH – Stichtag 17. März 1977 – blickt Gerd Kemper zurück auf sein Unternehmen und die Branche selbst.

 

Erste Absaugeinheiten gab es zu dieser Zeit bereits in Schweden. Mit seinem Wissen über Schweißrauch entwickelte Gerd Kemper seine Geschäftsidee für den deutschen Markt. In der heimischen Garage konstruierte er die erste Punktabsaugung im deutschsprachigen Raum. Von einem Ein-Mann-Betrieb formte er das Unternehmen zum Welttechnologieführer im Bereich der Absaugtechnik. Heute kommt die KEMPER-Technik in rund 100.000 Betrieben in 50 Ländern rund um den Globus zum Einsatz. Der Mittelständler mit 300 Beschäftigten weltweit wird im Weltmarktführerindex der Uni St. Gallen geführt. Bei wichtigen technischen Weiterentwicklungen bringt Gerd Kemper sein Know-how ein. Für die Zukunft sieht er ein großes Potenzial in der Luftreinhaltetechnik.

 

Herr Kemper, Sie gelten als Pionier in der Schweißrauchabsaugung: Sehen Sie Ihre Mission bereits erfüllt?

Nein, auf keinen Fall. Heute gibt es zwar viel mehr Unternehmen, die auf einen angemessenen Arbeitsschutz für ihre Mitarbeiter achten. Ein sauberes Arbeitsumfeld herrscht aber bei weitem nicht überall. Solange es Betriebe gibt, die zweimal am Tag vorne und hinten das Rolltor hochfahren, um die Schweißrauchdecke aus der Hallenluft zu vertreiben, haben wir noch viel Arbeit vor uns. Zugegeben, heute sind wir natürlich viel, viel weiter als vor 40 Jahren.

 

Wie stellt sich Ihnen der Vergleich früher zu heute dar?

Damals hätte niemand daran gedacht, dass wir heute schon Feinstaubpartikel messen. Der technische Wandel in den vergangenen 40 Jahren ist enorm. Damals waren wir froh, wenn Schweißer das Gesundheitsrisiko durch Schweißrauch überhaupt verstanden.

 

Gab es denn gar keine Sensibilisierung für die Gesundheitsgefahr durch Schweißrauch?

Nein, in der Zeit der Gründung der KEMPER GmbH überhaupt nicht. Die Gefahr, sich beim Schweißen die Augen zu verblitzen, war jedem Schweißer bekannt. Schweißrauch galt früher dagegen als unbedenklich, teilweise sogar als gesund. So versuchte es zumindest der ein oder andere Schweißtechnik-Hersteller zu verkaufen. Diese Argumentation muss man sich vor Augen führen: Auf der einen Seite sollte Schweißrauch keine gesundheitlichen Folgen haben, auf der anderen Seite gab es für Schweißer täglich eine festgelegte Ration Milch – zur angeblichen Entgiftung. Ich verstehe bis heute nicht, wie das zusammen passt. Mancher behauptet bis heute, dass Milch gegen die Beeinträchtigungen durch Schweißrauch hilft. Das entbehrt aber natürlich jeder wissenschaftlichen Grundlage. Das ist nachgewiesen.

 

Die Symptome wie das Schweißerfieber gab es aber doch schon früher. Wurde einfach darüber hinweggesehen?

Nicht nur das: Die Schuld wurde teilweise sogar beim Schweißer selbst gesehen. Ich erinnere mich noch gut an Vorfälle in Schweißereien, die verzinkte Werkstoffe verarbeiteten. Schon am Montagmittag nach einer halben Schicht klagten Schweißer über Übelkeit. Sie mussten sich sogar teilweise erbrechen. Viele Betriebe sagten: „Wieder zu viel getrunken am Wochenende“, zumal die Symptome im Wochenverlauf abnahmen. Mit dem Wissen von heute hatten die Schweißer aber einfach eine Zinkvergiftung. Im Wochenverlauf gewöhnte sich der Körper zunehmend an die Kontaminierung. Die Symptome fielen dementsprechend immer schwächer aus. Am Wochenende dekontaminierte der Körper wieder und Montag ging es von Neuem los.

 

Wenn die Symptome eigentlich so klar waren, warum waren die Anfänge für Ihr neues Geschäftsfeld so schwer?

Das Wissen über die Gefahren durch Schweißrauch gab es in Deutschland gar nicht. Wir mussten echte Pionierarbeit auf dem Feld leisten – mit allen Unwägbarkeiten. Vor meiner Unternehmensgründung hatte ich während meiner Tätigkeit für ein schwedisches Unternehmen die ersten Absaugeinheiten gesehen. Dort gab es erste Untersuchungen über Schweißrauch. Die Schweden waren zu der Zeit schon viel weiter, auch wenn die Erkenntnisse in keiner Weise so weit fortgeschritten waren wie heute natürlich. Niemand in Deutschland hatte sich bis dato mit diesem Thema auseinandergesetzt. Die ersten drei, vier Jahre waren daher bestimmt durch ein zähes Ringen um Aufträge. Darüber hinaus bekamen wir ziemlichen Gegenwind.

 

Wie äußerte sich diese anfängliche Ablehnung?

Für die Betriebe war die Investition in die Absaugtechnik ein unerwünschter Kostenfaktor. Für Schweißtechnikhersteller war unsere Herangehensweise teilweise sogar reine Propaganda. Uns wurde oft entgegengerufen: Mit eurer Haltung vernichtet ihr deutsche Arbeitsplätze. Die Furcht vor etwas Neuem war groß. Damals war die Devise in der Industrie generell: Umweltschutz macht Arbeitsplätze kaputt. Das hat sich später als vollkommen falsch herausgestellt. Eher hat der Arbeitsschutz Arbeitsplätze geschaffen.

 

Was haben die Schweißer selbst gesagt?

Das war zu Beginn das zweite Problem: Selbst alteingesessene Schweißer, für deren Gesundheit unsere Technik ja bestimmt war, stemmten sich gegen den Einsatz einer Absaugung. In Oberhausen hatte ich den Betriebsleiter bereits von der Anschaffung einiger Absaugungen überzeugt. Das wären 10.000 D-Mark gewesen – für damalige Verhältnisse ein super Auftrag. Am nächsten Tag rief er mich an und sagte kurzfristig doch ab.

 

Mit welcher Begründung?

Die Belegschaft hatte ein Veto eingelegt. Sie hatten die Wahl: Absaugung oder Tagesration Milch. Da haben Sie sich für die Milch entschieden.

 

Sie scheinen extrem dicke Bretter gebohrt zu haben. Wie haben Sie es trotzdem geschafft, in diesem Umfeld Fuß zu fassen?

Ich hatte das Glück, in einer Zeit auf dem Feld aktiv geworden zu sein, indem sich das Bewusstsein der Deutschen sukzessive änderte. Der Umweltschutzgedanke breitete sich immer mehr aus. Und je mehr er sich verbreitete, umso mehr wurde auch über Arbeitsschutz und die Persönliche Schutzausrüstung gesprochen. Aber niemand wusste wirklich, wie man die Ideen umsetzen konnte. Ich habe mich dann stark mit der Arbeitswelt auseinandergesetzt und hier einen großen Markt erkannt. Natürlich war das Potenzial durch die negative Haltung der Industrie am Anfang noch nicht so groß. Ich habe es auf lange Sicht gesehen. Dieser Glaube an unsere Idee sollte sich lohnen.

 

Wie haben Sie es schließlich geschafft, Ihr Geschäft auszubauen?

Natürlich bin ich zuerst auf die Schweißbetriebe zugegangen – allerdings überwiegend mit den schon beschriebenen Ergebnissen. Mit meinem Wissen über die Gefahren im Schweißrauch habe ich auch Verbände angesprochen und dort referiert. In Berufsschulen habe ich Kurse für den Schweißernachwuchs gegeben. In den Schulen kamen unsere Absaugungen dann auch vermehrt zum Einsatz. Die Schüler haben unsere Idee dann weiter in die Betriebe getragen. Das war sozusagen eine Revolution von ganz unten.

 

Wie ging es weiter?

Die Erkenntnisse über die Gefahren durch Schweißrauch wurden immer feiner. Wir wussten am Anfang ja nur: Da ist eine Gefahr. Wir konnten Sie aber nicht weiter einordnen. Die Berufsgenossenschaft ist dann verstärkt auf den Plan getreten, hat Untersuchungen durchgeführt. Dabei kam beispielsweise heraus, dass auch von den Zusatzwerkstoffen in den Elektroden erhebliche Gefahren für die Schweißer ausgingen. Solche Erkenntnisse mündeten in gesetzlichen Vorgaben. Wohlgemerkt: Die gab es am Anfang gar nicht. Bis heute ist unser Know-how in Gesetzgebungsverfahren übrigens gefragt. Gegenüber den Betrieben haben wir aber nie mit der Einhaltung der Gesetze argumentiert. Wir haben immer an das Gesundheitsbewusstsein der Betriebe und ihrer Schweißer appelliert. Das tun wir übrigens bis heute. Was nutzt die beste Absaugung, die selbst Nanopartikel aus der Luft filtert, wenn sie am Ende gar nicht oder nur unzureichend eingesetzt wird?

 

Wie hat sich die Technik generell weiterentwickelt?

Wenn ich zurückblicke, ist der technische Fortschritt ziemlich rasant verlaufen. Nach nicht einmal 20 Jahren hatten wir beispielsweise als erstes Unternehmen sogenannte Membranfilter im Programm. Diese scheiden selbst Feinstaubpartikel im Bereich von 100 Nanometern aus der Luft ab. Heute haben wir selbst Lösungen für die saubere, kontaminationsfreie Entsorgung dieser Staubpartikel. Seit vergangenem Jahr vernetzen wir Raumlüftungssysteme und Absauganlagen und lassen sie vollautomatisch kommunizieren. Und die Filtertechnik von heute hat sechs- bis siebenfach höhere Aufnahmekapazitäten als früher. Heute bestimmen wir sogar die Größe einzelner Partikel. Das ist schon beeindruckend.

 

In welche Richtung entwickelt sich die Branche weiter?

Zuerst muss die Gesetzgebung nachziehen. Heute gibt es die Möglichkeit, einzelne Feinstaubpartikel mit lasergestützten Systemen schon nach Größe zu messen. Unsere Branche greift aber auf Messmethoden zurück, die über die Wirksamkeit von Absauganlagen entscheiden, die vollkommen veraltet sind. Früher war die bis heute aktuelle Messmethode der Berufsgenossenschaft die bestmögliche. Durch neue Messmethoden muss die Branche auch hier umdenken. Seit einiger Zeit treten wir daher entschieden für eine Grenzwertbemessung nach Partikelanzahl und Partikelgröße ein – und eben nicht mehr nach Gewicht. Das spielt auch vor dem Hintergrund eine Rolle, dass wir verstärkt dazu übergehen, die Hallenluft insgesamt zu betrachten. Nicht nur der Schweißer selbst benötigt Arbeitsschutz. Auch die umliegenden Mitarbeiter haben ein Recht auf eine saubere Luft. Eine 100-prozentige Erfassung an der Entstehungsstelle wird es nie wirklich geben. Daher benötigen wir Systeme wie unseren CleanAirTower, die die gesamte Hallenluft reinigen. Die Prinzipien aus der Metallverarbeitung lassen sich rein technisch wiederum mit genügend Entwicklungszeit auch auf andere Branchen übertragen. Für uns steckt da noch viel Potenzial hinter, das aber sorgfältig abgewogen werden muss.

 

Viele Betriebe werden darüber sicherlich sagen: Schon wieder ein Mehr an Investitionen! Was entgegnen Sie diesen?

Dass Sie die Entscheidung für Luftreinhaltetechnik nicht nur durch die Kostenbrille sehen sollen. Die grundsätzliche Haltung hat sich dazu Gott sei Dank geändert. Früher hieß es: Absaugtechnik schmälert die Produktivität – durch die nötige Nachführung bei der Punktabsaugung zum Beispiel. Heute heißt es: Arbeitsschutz steigert die Produktivität – durch einen gesünderen Mitarbeiter und weniger Fehltage. Früher gab es einzig einen Wettbewerb um die besten Produkte. Heute gibt es den Wettbewerb um die besten Mitarbeiter. Diese finden sich in der Regel in modernen Unternehmen wieder, die die Bedürfnisse der Mitarbeiter erkennen. Das ist früher wie heute gleich: Fortschrittlich denkende Unternehmen treiben den Arbeitsschutz für ihre Mitarbeiter voran.

 

Unternehmensnews

40 Jahre KEMPER: Pionier der Schweißrauchabsaugung

40 Jahre KEMPER: Pionier der Schweißrauchabsaugung

Vreden, 15. März 2017 – Reine Luft in der Metallverarbeitung: Vor 40 Jahren bricht die KEMPER GmbH zu ihrer Mission einer sauberen Arbeitswelt auf. Von einem Ein-Mann-Betrieb steigt der Hersteller von Absauganlagen und Filtersystemen zum Welttechnologieführer in der Schweißrauchabsaugung auf. Gegen zahlreiche Widerstände etabliert Gründer Gerd Kemper die Punktabsaugung in Deutschland und später darüber hinaus. Bis heute gilt das familiengeführte Unternehmen als Pionier der Luftreinhaltetechnik. Den Arbeitsschutz führt das Familienunternehmen aktuell in ein vernetztes Zeitalter. 

„Unsere Mission ist noch lange nicht zu Ende. Der Bedarf nach sauberer Luft in der Arbeitswelt steigt weiter an“, betont Björn Kemper, Geschäftsführer der KEMPER GmbH. „Vor 40 Jahren waren wir froh, dass die Schweißer das Gesundheitsrisiko überhaupt verstanden. Damals hätte niemand daran gedacht, dass wir heute die Größe der Feinstaubpartikel bestimmen können.“

Vom fahrbaren Filtergerät über zentrale Absauganlagen, Filtertechnik für ultrafeine Partikel, Raumlüftungssysteme bis hin zu Luftüberwachungsgeräten: Seit 40 Jahren bringt KEMPER stetig neue Innovationen im Bereich Luftreinhaltetechnik auf den Markt. Über den bis heute wichtigsten Stammmarkt Deutschland hinaus stattet das Unternehmen in seiner Geschichte mehr als 100.000 Betriebe in rund 50 Ländern aus. Als Ein-Mann-Betrieb gestartet, beschäftigt das Unternehmen heute 300 Mitarbeiter weltweit. Vor diesem Hintergrund wird der Hersteller im Weltmarktführerindex der Uni St. Gallen geführt.

Gerd Kemper leistet Überzeugungsarbeit

In einer Zeit des steigenden Umweltbewusstseins in den 1970-er Jahren ist diese Entwicklung keinesfalls vorherbestimmt: „Alle sprachen über mehr Umweltgerechtigkeit und eine bessere Arbeitswelt. Wirkliche Taten folgten aber nicht“, erinnert sich Gründer Gerd Kemper. Nach seiner kaufmännischen Ausbildung ist ihm schnell klar, dass er ein Unternehmen mit technischen Produkten gründen will. In seiner Tätigkeit für ein schwedisches Unternehmen entdeckt er erste Absaugeinheiten in dem skandinavischen Land. Dort kennt man bereits die Gefahren hinter Schweißrauch. Seine Geschäftsidee für Deutschland ist geboren. In der heimischen Garage konstruiert er die erste Punktabsaugung im deutschsprachigen Raum, die den gesundheitsschädlichen Rauch direkt an der Entstehungsstelle erfasst – ein Prinzip, das heute per Gesetz in der Gefahrstoffverordnung verankert ist.

Die Verbreitung der Technik entpuppt sich in den Anfängen als schwierig. Schweißrauch gilt hierzulande als vollkommen ungefährlich. Der erste Auftrag platzt ausgerechnet durch das Veto der Belegschaft. Diese fürchtet den Verlust ihrer täglichen Milchration – eine Flasche nach der Schicht gibt es seinerzeit zur Entgiftung zum Beispiel gegen das Montagsfieber, was nach heutigen Erkenntnissen jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehrt. Gerd Kemper leistet Aufklärungsarbeit, spricht in Betrieben vor, referiert bei Verbänden, geht in Berufsschulen. Die neue Schweißer-Generation trägt die Idee in die Betriebe. Der Arbeitsschutzgedanke verfängt – bis heute ist das KEMPER-Know-how bei der Beratung neuer gesetzlicher Grundlagen gefragt.

Internationalisierung schreitet schnell voran

Dank des steigenden Absatzes wächst das Unternehmen: 1983 errichtet es das erste Produktionsgebäude. Durch die Reputation vor allem bei Automobilzulieferern zieht es KEMPER parallel zu der Branche ins Ausland. Mit der Gründung zweier Tochtergesellschaften in Frankreich und den USA startet gut zehn Jahre nach der Gründung die internationale Expansionsstrategie. Als das Unternehmen bereits 100 Mitarbeiter zählt, zieht KEMPER 1992 in das heutige Bürogebäude und gründet eine Vertriebstochter in Tschechien. Diese wird später zum ersten internationalen Produktionsstandort und 2008 nochmals ausgebaut.

 

Parallel vertieft KEMPER sein technisches Know-how in der Luftreinhaltetechnik. 1989 stellt das Unternehmen neue  Geräteserien für Schweißrauch als fahrbare und stationäre Varianten vor. 1992 entwickelt KEMPER die erste kompakte zentrale Absauganlage System 8000 mit eigener Steuerung. Ihr Baukastenprinzip, das den individuellen Kundenwunsch berücksichtigt, gilt bis heute als Grundlage für weitere Entwicklungen bei zentralen Absauganlagen. 1993 kommt das erste fahrbare Filtergerät mit abreinigbarem Filter auf den Markt. Mitte der 1990-er Jahre entwickelt KEMPER den bis heute gängigen Absaugarm mit flanschförmiger Haube. Diese wird seitdem mehr als 130.000 Mal verkauft.

 

Umsatzeinbruch durch Finanz-Crash 2008

Nach dem Finanz-Crash 2008 erfährt das Geschäft eine Delle. Der Umsatz stürzt von einem aufs andere Jahr um mehr als 40 Prozent ab. „Die schwierigste Phase in meiner Zeit als Unternehmer in einem familiär geprägten Umfeld“, sagt Gerd Kemper. Geschäftsführung und Belegschaft ziehen in einer Phase der Kurzarbeit an einem Strang. KEMPER arbeitet sich schnell aus dem Tal heraus. Teilweise zweistellige Umsatzzuwächse in der jüngeren Vergangenheit folgen.

 

KEMPER bleibt seinem Pioniergeist treu. 2013 bringt der Hersteller erstmals Produkte mit einer kontaminationsfreien Staubsammlung zur sicheren Entsorgung auf den Markt. KEMPER entwickelt die Filtrationstechnik hinsichtlich einer höheren Leistungsfähigkeit weiter. 2016 führt das Unternehmen den Arbeitsschutz in das Zeitalter der Industrie 4.0. Das Luftüberwachungssystem AirWatch ist in der Lage, Absauganlagen und Raumlüftungssysteme vollautomatisch zu steuern. Über den einzelnen Arbeitsplatz hinaus rücke die Betrachtung der gesamten Hallenluft verstärkt in den Fokus, sagt Björn Kemper: „Im Sinne der Mitarbeiterzufriedenheit, -gewinnung und -bindung ist effektiver Arbeitsschutz ein zunehmend wichtigeres Argument für den eigenen Betrieb.“

 

Unternehmensprofil

Die KEMPER GmbH ist ein Hersteller von Absaug- und Filteranlagen für die metallverarbeitende Industrie. Das mittelständische Familienunternehmen mit Sitz im westfälischen Vreden ist mit seinen hoch effizienten Filtersystemen, die bei der Entstehung von Schweißrauch selbst ultrafeine Feinstäube aus der Luft filtern, Technologieführer. Absaugtische für Schneidprozesse und die gesamte Zubehörkette in Sachen Arbeitsschutz und Luftreinhaltung für die metallverarbeitende sowie Elektro- und Kfz-Industrie zählen zum Produktportfolio. KEMPER wurde 1977 gegründet und beschäftigt heute rund 300 Mitarbeiter. Die Geschäftsführung bilden Björn Kemper und Michael Schiller. Neben dem Hauptsitz in Vreden unterhält das Unternehmen einen Produktionsstandort bei Prag (Tschechien). Über acht Niederlassungen und zahlreiche feste Handelspartner sind die Vredener weltweit vertreten.